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Zurich: Klimastrategie ungenügend, jetzt auch unglaubwürdiger

Actares bedauert den Verzicht von Zurich Insurance Group auf eine externe Validierung der Ziele für eine Reduktion von Treibhausgasemissionen. An der Generalversammlung 2026 wird Actares fragen, wie Reden und Tun des Unternehmens zusammenpassen.

Lässt sich das Geschäftsverhalten von Zurich Insurance Group mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens vereinbaren? Dazu wird Actares, Aktionärinnen und Aktonäre für mehr Konzernverantwortung, an der Generalversammlung am 8. April 2026 Fragen stellen. Es geht um die Wirksamkeit der Nachhaltigkeitsziele in der variablen Vergütung; die andauernde Versicherung fossiler Energie-Projekte; und den Spagat zwischen Profitabilität und sozialer Verantwortung gegenüber Gruppen, die von Naturkatastrophen betroffen sind.

Die Klimastrategie von Zurich hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht verbessert. Besonders enttäuscht hat Actares, dass Zürich die Ziele für eine Reduktion der Emission von Treibhausgasen nicht mehr von der Science Based Targets Initiative (SBTi) valideren lassen will. Solch eine externe Validierung ist heute die Norm für vergleichbare Unternehmen und verleiht den Reduktionszielen Glaubwürdigkeit. Zurich hatte längere Zeit davon gesprochen, eine SBTi-Validierung zu suchen, sobald ein Standard für die Finanzbranche vorhanden sei. Aber wenige Monate nach der Publikation dieses Standards krebste Zurich ohne Begründung zurück.

Die Klimastrategie von Zurich enthält ausserdem immer noch wichtige Lücken: Die Berichterstattung der Treibhausgas-Emission gilt nicht für Unternehmensteile, die nach 2019 zugekauft wurden. Die offengelegten Emissionen aus Finanzierung und Versicherungstätigkeit betreffen nur einen Teil des Geschäfts. Und Zurich hat weiterhin keine expliziten Richtlinien für die Versicherung von Transport, Lagerung oder Verarbeitung von Öl und Gas oder für unkonventionelle Rohstoffgewinnung wie Schiefergasförderung und Tiefseebohrung. Aus diesen Gründen lehnt Actares den Nachhaltigkeitsbericht und die Entlastung des Verwaltungsrats ab.

Die Vergütungstraktanden empfiehlt Actares sämtlich zur Ablehnung – unter anderem aufgrund der zu hohen Anteile variabler Vergütungen. Als Folge der Ablehnung des Vergütungsberichts lehnt Actares auch die Wiederwahl amtierender Mitglieder des Vergütungsausschusses ab. Alle übrigen Anräge, unter anderem zum Jahresbericht und zu den Wahlen in den Verwaltungsrat, empfiehlt Actares zur Annahme.