Aktuell

Votum von Actares an der Syngenta-GV 2017

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren

Mein Name ist Diana Hornung. Ich bin Mitglied von Actares, Aktionärinnen und Aktionäre für nachhaltiges Wirtschaften. Ich spreche hier im Namen von rund 1300 Mitgliedern. Wir setzen uns für eine menschen- und tierfreundliche sowie naturverträgliche Wirtschaft ein und haben deshalb einige Fragen an Sie, meine Damen und Herren:

  1. In der aktuellen Zulassung von Pflanzenschutzmitteln steht die Sicherheit eines einzelnen Pflanzenschutzmittels (PSM) im Fokus. Da aber in der Landwirtschaft viele verschiedene PSM eingesetzt werden, gelangt in der Realität ein ganzer PSM-Cocktail in die Umwelt und unsere Wasserläufe und richten in der Summe Schäden an. Anfangs April dieses Jahres hat das Wasser­forschungs­institut der ETH, die Eawag, im Auftrag des Bundesamts für Umwelt einen ernüchternden Bericht diesbezüglich veröffentlicht. Darin liest man folgendes: „ Kleine Fliessgewässer sind mit einer Vielzahl von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden belastet. Bei den untersuchten Bächen wurden in keinem Fall die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität eingehalten. Sogar Stoffkon­zentrationen, die für Gewässerorganismen als akut toxisch gelten, wurden überschritten.“ Herr Demaré, welche Massnahmen hat ChemChina als Global Player vorgesehen, um dieser Problematik entgegenzuwirken und dadurch die Sicherheit für Mensch und Umwelt zu gewährleisten?

  2. Auch meine zweite Frage betrifft Ihre Produkte. Bienen steuern bevorzugt diejenigen Pflanzen an, die mit der Pestizidklasse der Neonicotinoide behandelt worden sind. Diese wirken im Nervensystem von Bienen gleich wie Nikotin im menschlichen Gehirn! Seit 2013 ist sowohl in der EU als auch in der Schweiz wegen Schäden an Bienen ein Moratorium für drei Neonicotinoide in Kraft und Syngenta ist mit seinem „Thiamethoxam“ direkt betroffen. Ich frage Sie deshalb: Werden Sie sich künftig für das Wohlergehen unserer Nahrungsmittelbestäuber – wie die Honigbienen – einsetzen, anstatt deren Gesundheit und Überleben durch Neonicotinoide zu gefährden? Meine Damen und Herren, ich möchte hier daran erinnern, dass es nicht nur um die Bienen geht, sondern auch um Ernten im Wert von jährlich über 500 Milliarden Franken und damit der Nahrung von Millionen von Menschen. Um ihnen, Herr Demaré, die Tragweite dieser Katastrophe klarer zu machen, habe ich Ihnen den Roman "Die Geschichte der Bienen" der Norwegerin Maja Lunde mitgebracht. Darin kommt die Bestäubung von Obstbäumen- auf riesigen Plantagen in der chinesischen Provinz Sichuan zur Sprache, von abertausenden Arbeiterinnen und Arbeitern von Hand - eine Praktik, die in vielen Regionen Chinas bereits heute angewandt wird. Spätestens nach dieser Lektüre sollten Sie aufhören, das EU-Verbot Ihres Neonicotinoids zu boykottieren und sich stattdessen für den Schutz der für uns alle lebenswichtigen Bienen einsetzen.

  3. Nun noch ein Wort zu den heutigen Wahlen in den Verwaltungsrat: Wie Studien belegen, führen Frauen in Führungsgremien zu einer höheren Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Heute werden jedoch nur Männer bei den Neuwahlen vorgeschlagen. Wie ist dies möglich und was werden die neuen Eigentümer unternehmen, um den Frauenanteil im Verwaltungsrat zu erhöhen?. Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.

(Votantin: Diana Hornung, Mitglied von Actares)