Medienmitteilungen

Mehr Transparenz bitte, Novartis!

Die finanziellen Ergebnisse von Novartis im Geschäftsjahr 2025 waren gut und sind schlüssig begründet. Sorgen bereitet dagegen der Schulterschluss mit der US-Regierung, der das Verhältnis zu den Mitarbeitenden, zu den europäischen Behörden und zur Bevölkerung belastet. Zudem hat sich die Qualität des Nachhaltigkeitsberichts erstmals verschlechtert.

Die Freude über die guten finanziellen Ergebnisse von Novartis im letzten Geschäftsjahr wird getrübt durch das respektlose Auftreten gegenüber den europäischen Behörden und durch die Personalpolitik in den USA. Es macht den Eindruck, dass das Management die Erzählungen der US-Regierung ungefiltert übernimmt. Wie Professor Rudolf Blankart von der Universität Bern kürzlich in der Neuen Zürcher Zeitung festgestellt hat, sind selbst die Hersteller nicht in der Lage, die tatsächlichen Nettopreise pro Packung nachzuvollziehen: Könnte es nicht sein, dass Europa mit seinen stabilen Gesundheitssystemen und der exzellenten Grundlagenforschung die Innovationen finanziert, während die USA vor allem hohe Vertriebskosten verursachen? Und dass der Rückbau der Chancengleichheit im US-Recht negative Auswirkungen auf die Leistung der Mitarbeitenden hat?

Exzessive Vergütungen

Einmal mehr ist Actares nicht zufrieden mit den Rekord-Vergütungen für das Spitzenpersonal. Die Gesamtvergütung des CEO lag im Jahr 2025 mit 25 Millionen Franken um Faktor 8,3 höher als die von Actares tolerierte Obergrenze von drei Millionen Franken. Exzessive Boni für das Topmanagement stehen im Widerspruch zur Mission von Novartis «Reimagining medicine, together», welche die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt rückt und deshalb die Teamleistung belohnen müsste.

Unvollständiger Nachhaltigkeitsbericht

Actares stellt zudem fest, dass sich die Berichterstattung von Novartis zu personellen Themen verschlechtert hat und die meisten ESG-Daten nicht mehr im traktandierten Bericht publiziert werden. Der Nachhaltigkeitsbericht 2024 enthielt Daten zur Mitarbeiterbindung – der aktuelle Bericht erwähnt lediglich die Fluktuationsrate. Die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Umfrage zum Mitarbeiterengagement werden nicht veröffentlicht. Die offengelegte geschlechtsspezifische Lohnlücke basiert auf Daten von nur 16 % der Mitarbeitenden und enthält keine Aufschlüsselung nach Hierarchieebene oder geografischem Standort. Das Ziel der Geschlechterparität auf Managementebene schliesst die Belegschaft in den USA aus.

Auch zur Naturstrategie von Novartis gibt es Fragen: Im Nachhaltigkeitsbericht des letzten Jahres wird eine Analyse der Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit und der Wertschöpfungskette auf die Biodiversität angekündigt. Im aktuellen Bericht gibt es hierzu keine neuen Informationen. Darüber hinaus scheint Novartis einige seiner naturbezogenen Ziele zurückgenommen zu haben. Im vergangenen Jahr gab das Unternehmen Reduktionsziele für den Wasserverbrauch und das Abfallaufkommen bekannt. In diesem Jahr erwähnt das Unternehmen lediglich ein Ziel zur Wasserqualität.

Actares Abstimmungspositionen

Wegen der unangemessenen Höhe der Vergütungen für Verwaltungsratspräsident und Geschäftsleitung lehnt Actares alle Vergütungs-Anträge ab und kann der Besetzung des Vergütungsauschusses nicht zustimmen. Mit Ausnahme der Wiederwahl von Ton Buechner in den Verwaltungsrat (wegen zu vielen Mandaten) gibt es Ja-Positionen zu allen anderen Traktanden.