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Zurich: Auf gutem Weg beim Klima - auf Abwegen bei der Vergütung

Zurich ist weiterhin in Bezug auf Nachhaltigkeit gut unterwegs, häufig sogar als Vorreiter. Könnte Zurich nicht auch mit einer Selbstbeschränkung bei den Toplöhnen voran gehen? Das wäre nachhaltig, vorbildlich und förderlich für die Reputation.

Actares - Aktionärinnen und Aktionäre für mehr Konzernverantwortung - anerkennt, dass Zurich in einem herausfordernden Umfeld ein hervorragendes finanzielles Ergebnis erzielt hat. Zurich Schweiz hat ausserdem zum ersten Mal in der Umfrage ‘Beste Arbeitgeber’ der Handelszeitung Platz 1 in der Branche erreicht (und liegt im ersten Perzentil von 1’700 untersuchten Firmen). Actares begrüsst Zurichs Slogan ‘Climate action. Not climate words.’ - die Selbstverpflichtung eines Vorreiters, den Actares gern beim Wort nimmt.

Die Zurich-Gruppe ist in Bezug auf Nachhaltigkeit gut unterwegs. Im aktuellen Geschäftsbericht stellt der Group CEO allerdings fest, dass der Übergang zu Netto-Null-Emissionen noch beschleunigt werden muss. Er weist auf die notwendige Zusammenarbeit hin mit Kunden und Unternehmen, in die Zurich investiert, um dies gemeinsam zu bewältigen. Actares bedauert, dass der Verwaltungsrat diese Zusammenarbeit nicht auch auf das Aktionariat ausweitet - er verzichtet an der Generalversammlung auf eine ‘Say on Climate’ Konsultativabstimmung (und wartet auf das gesetzliche Obligatorium zur Vorlage des Nachhaltigkeitsberichts ab 2024).

In der Klimastrategie gibt es, trotz des Erreichten, weiteres Verbesserungspotential: Actares erwartet, dass Zurich sich zu Netto-Null gemäss SBTi (Science Based Target Initiative) verpflichtet - andere Unternehmen im Finanzsektor haben dies bereits getan. In den Finanzzielen für 2023-2025 gibt es in Bezug auf die langfristige Vergütung der Konzernleitung ein Ziel zu den eigenen CO2-Emissionen - dieses scheint aber wenig ambitiös und es sollten auch die finanzierten Emissionen miteinbezogen werden.

Die Vergütungsfrage ist ein Dauerbrenner: Die Gesamtvergütung von CEO Mario Greco nähert sich der 10 Millionen-Marke - das ist trotz der guten Leistung übertrieben hoch. Könnte Zurich als Vorreiter hier mit einer schrittweisen Reduktion vorangehen? Verwaltungsratspräsident Michel Liès hat ‘Zuversicht’ als sein Wort des Jahres gewählt. Darf die Gesellschaft ein wenig zuversichtlich sein, dass eine Selbstbeschränkung, wenn auch nur langsam, sich durchsetzen wird? Dem Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wirtschaftselite würde das sicher nicht schaden. Aktuell muss Actares einmal mehr bei allen Vergütungsthemen an der Generalversammlung die Ablehnung der entsprechenden Anträge empfehlen.