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Jahresbericht 2021

Nach dem Jahr eins der Pandemie konnte Actares 2021 teilweise wieder Vernetzungsaktivitäten realisieren. Trotz publikumsfreier Generalversammlungen wurden die wichtigsten Anliegen dank medialer Aufmerksamkeit platziert.

Nachdem der Jubiläums-Event im Vorjahr wegen COVID-19 ins Wasser gefallen war, fiel das Echo auf das – gut besuchte und im Livestream angebotene – Actares Forum am 14. September in Nyon äusserst positiv aus. Der Wunsch, 2022 das 20-Jahr-Jubiläum von Actares nachzufeiern, wurde laut. Und Actares tut alles, um diesem Wunsch im kommenden Jahr nachzukommen. Auch für die Arbeitsgruppenmitglieder konnten punktuelle Netzwerk- und Weiterbildungsveranstaltungen durchgeführt werden – virtuell zwar, dafür als mehrteilige Reihe mit Referaten namhafter Personen. So berichtete «Tages-Anzeiger»-Reporter Christoph Lenz über seine Recherchen zum Lachgas-Skandal bei Lonza, Sandro Leuenberger und Laurence Duc von der Klima-Allianz orientierten über die Bewertungskriterien für den Finanzplatz Schweiz und Swisscleantech-Gründer Nick Beglinger führte ins Allianzen-Schmieden ein.

Im Jahr 2021 gab es personelle Wechsel. Bruno Riesen, der sich sehr für die Konzernverantwortungsinitiative starkgemacht hat, zieht sich nach vier Jahren aus dem Vorstand zurück. Die Geschäftsstelle nimmt auch Abschied von Matthias Dellsperger, der über fünf Jahre die Administration und die Finanzen verantwortete. Beiden danken wir herzlich für ihre wertvolle Arbeit und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.

Die physisch durchgeführten Generalversammlungen wurden wie im Vorjahr von den Konzernen gestrichen und schriftlich durchgeführt. Actares kritisiert dies. Herrschte im ersten Jahr noch viel Verständnis aufgrund der Unsicherheit und weil die Aufrüstung von passenden Kommunikationsformaten Zeit beansprucht, so war es schwer nachvollziehbar, dass im zweiten Jahr erneut auf die minimalistische Variante gesetzt und den Kleinaktionärinnen und Kleinaktionären die Partizipation verunmöglicht wurde. Actares wertet dies als Zeichen des fehlenden Interesses am Dialog und wird sich auch künftig im Namen der Mitglieder für mehr Partizipation einsetzen. Die meisten Konzerne signalisieren zwar den Willen, in der Generalversammlungs-Saison 2022 wieder physisch präsent zu sein, über verbesserte Alternativen im Falle einer erneuten Pandemiewelle wurde jedoch nicht informiert.

Medial konnte Actares immerhin breit auf diesen Mangel aufmerksam machen; dabei erwiesen sich unsere Social-Media-Kanäle auf LinkedIn und Twitter als nützliche Instrumente, um immer breitere Kreise zu erreichen. Insgesamt wurden Actares im letzten Jahr 1453 Stimmrechtsdelegationen mit insgesamt 1,36 Mio. Stimmen für 120 Unternehmen erteilt. Dies sind etwa gleich viele wie im Vorjahr (1400 Stimmrechtsdelega­tionen für 115 SMI- und SPI-Unternehmen).

Die Mitgliederzahl von 1128 ist um 19 Personen leicht gesunken. Actares verschweigt indes nicht, dass die Mitgliederzahl dringend gesteigert werden muss, damit die Organisation einerseits als Kämpferin für eine verantwortungsvollere Wirtschaft mehr Gewicht und Sichtbarkeit erhält und andererseits auch wirtschaftlich langfristig bestehen kann.

Dank mehrerer grösserer Spenden, die Actares von treuen Mitgliedern oder interessierten Kreisen auch im Jahr 2021 entgegennehmen durfte, konnten zwei Projekte gestartet werden, die in die aktuelle Strategie von Actares passen: Erstens sollen die Arbeitsgruppen gestärkt werden, die mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit und ihrem Wirtschafts- oder Nachhaltigkeits-Know-how einen entscheidenden Pfeiler der Vereinstätigkeit darstellen. Co-Geschäftsführerin Karin Landolt absolviert aktuell eine Weiterbildung in Organisationsentwicklung, um dieses Projekt fundiert umzusetzen. Zweitens gehen wir das Fundraising ebenfalls mit professioneller Unterstützung an. Der Mehrwert, den Actares den Mitgliedern liefert, kann dadurch noch deutlich besser aufgezeigt und der Dialog mit den Mitgliedern gestärkt werden.

Apropos Dialog: In diesem Jahr konnten – ebenfalls pandemiebedingt und wegen zeitlicher Engpässe bei unseren Arbeitsgruppenmitgliedern – nur wenige direkte Gespräche mit den Konzernspitzen geführt werden. Einen interessanten Austausch gab es aber mit dem Generalsekretär und der Responsibility-Leiterin von UBS sowie mit gleichrangigen Kräften bei LafargeHolcim (mehr dazu auf der Arbeitsgrupppen-Doppelseite). Nicht zuletzt zwingt die fehlende Zeit einiger kompetenter Arbeitsgruppenmitglieder Actares dazu, intensiv nach neuen Mitgliedern zu suchen, die Lust haben, sich in die Geschäfte der Konzerne einzuarbeiten und diese mit den Anliegen von Actares zu konfrontieren.

Actares ist zuversichtlich und startete 2021 den Aufbau einer neuen Arbeitsgruppe Klima. Interessierte, die ihr Wissen und ihr Interesse an den Klimastrategien der SMI-Konzerne einbringen wollen, sind willkommen. An dieser Stelle sei unseren 30 bis 40 Arbeitsgruppenmitgliedern, die jährlich insgesamt knapp 2000 Arbeitsstunden ehrenamtlich für Actares einsetzen, ganz herzlich gedankt.

Bern, November 2021