Ökologie und Finanzbranche versöhnen
Im September fand zum achten Mal das öffentliche Actares Forum statt. Die Actares-Mitglieder trafen sich vorab zur jährlichen Versammlung.
Wie wird die Finanzbranche klima- und naturfreundlicher? Diese Frage wurde am 8. Actares Forum im Kongresshaus Biel von einem hochkarätigen Podium diskutiert. Es sprachen Nicole Bardet, Mitglied der Geschäftsleitung der Alternativen Bank Schweiz (ABS), Katja Brunner, Director Legal & Regulatory bei Swiss Sustainable Finance, und Jan-Alexander Posth, Professor für Asset Management an der ZHAW. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alain Jeannet, dem ehemaligen Chefredaktor von «Bilan» und «L’Hebdo».
Regulierung, Technologie oder neue Geschäftsmodelle?
Die Debatte drehte sich um drei Themen:
- Richtige Dichte an Regulierung: Wie viel Selbstregulierung können wir von Unternehmen erwarten, wie viel muss man ihnen auferlegen? Wann wird Regulierung kontraproduktiv, weil sie Unternehmen zu stark belastet oder unübersichtlich ist?
- Potenzial neuer Technologien: Müssen diese immer weitreichender und mächtiger werden – oder gibt es Raum für smarte Ansätze, «Low Tech» und technologische Selbstgenügsamkeit? Wie kann man die Anliegen von Klima- und Naturschutz bei Technologie-Investitionen mitdenken?
- Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels: Muss die Finanzwirtschaft grundsätzlich anders funktionieren und, zum Beispiel, nicht den Profit, sondern das Gemeinwohl in den Vordergrund stellen? Müssen wir mehr auf lokale Initiativen setzen, statt zu hoffen, dass sich grosse Unternehmen und Staaten bewegen?
Podium und Publikum waren sich am Schluss nicht einig, ob angesichts solcher Fragen eher Optimismus oder Pessimismus angesagt ist – aber alle vertrauten darauf, dass die Themen Klima und Natur mit dem wachsenden Einfluss jüngerer Generationen an Gewicht gewinnen werden.
Mitgliederversammlung und Saisonrückblick
Die Mitgliederversammlung blickte zurück auf die Saison 2025: Bis August hatte Actares an 93 Generalversammlungen abgestimmt. Der gebührenpflichtige Stimmrechtsservice hat sich in seinem zweiten Jahr etabliert.
Die Mitgliedergewinnung bleibt schwierig in einer Zeit, in der die Mitgliedschaft in Vereinen nicht mehr selbstverständlich ist. Trotzdem darf Actares auf die Mitarbeit von über 30 ehrenamtlich mitarbeitenden Mitgliedern in Vorstand und Arbeitsgruppen zählen.
Die Mitgliederversammlung verabschiedete ohne Gegenstimme den Jahresbericht und die Rechnung 2024 und bestätigte die Vorstandsmitglieder Alexandra Bonnafy, Beat Honegger, Rolf Kurath, Frank van Pernis und Pierre Zwahlen im Amt.