Aktuell

Arbeitsgruppen

Unsere Arbeitsgruppenmitglieder leisten pro Jahr rund 2000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Dank ihnen verfügt Actares über unersetzliches Know-how und ein solides Netzwerk, um ihrem Kernanliegen zu entsprechen: zu prüfen, wie verantwortungsvoll die SMI-Konzerne arbeiten.

Banken

Im September fand das Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von UBS statt. Der Generalsekretär, der Leiter Responsibility, die Leiterin Environmental and Social Risk und der Leiter Sustainable Finance präsentierten ihre «Heatmap» sowie neue Reporting-Standards, um ihr Engagement zu unterstreichen. Die Schwierigkeit ist, dass sich kein einheitlicher Standard durchgesetzt hat und es daher schwierig ist, dieses Engagement zu beurteilen. Einig sind sich Actares und UBS, dass bezüglich Klimarisiken noch zu wenig getan wird. Dass UBS diesbezüglich die Staaten mehr in die Pflicht nehmen möchte, um bessere Firmendaten zu erhalten, ist nachvollziehbar. Dass aber in anderen Bereichen, etwa im Kampf gegen Greenwashing, vermehrt selbstregulierende Massnahmen gelten sollen, hat die Arbeitsgruppe weniger überzeugt – und wartet nun gespannt auf den angekündigten Klimaplan von UBS. Positiv stimmt Actares die Aussage des Generalsekretärs, dass UBS den direkten Kontakt mit den Aktionärinnen und Aktionären vermisse, und dass die nächste Generalversammlung wenn möglich wieder physisch stattfinden solle. An der ausserordentlichen Generalversammlung von Credit Suisse im September mit der Neuwahl der Verwaltungsratsmitglieder Juan Colombas und Axel Lehmann gab es wenig zu bemängeln. Allerdings ist es schade, dass die Generalversammlung ausschliesslich auf brieflichem Weg stattfand. Gerade Credit Suisse hätte die Tuchfühlung mit ihren Anlegerinnen und Anlegern bitter nötig. Nach Bekanntwerden des Milliarden-Kredit-Skandals in Mosambik, der Credit Suisse Strafgelder in Höhe von fast einer halben Milliarde Franken kostete, hofft man auf die Kehrtwende im Riskmanagement. Zur Erinnerung: Actares hat sich im Fall Mosambik sehr engagiert und im Jahr 2019 ein Gespräch zwischen Credit Suisse und Vertretern der mosambikanischen Zivilgesellschaft initiiert. In der Arbeitsgruppe Banken arbeiten zurzeit sechs Mitglieder.

Groupe de vote

Die Groupe de vote hat die von Roger Said, Co-Geschäftsführer, vorgelegten Analysen und Abstimmungspositionen für die Generalversammlungen der 20 SMI-Unternehmen geprüft, in Einzelfällen weiterentwickelt und zur Publikation freigegeben. In der Berichtsperiode von Juli 2020 bis Juni 2021 fanden zudem drei ausserordentliche Generalversammlungen statt (Credit Suisse, Richemont, UBS). Die Gruppe konnte den Anträgen der Verwaltungsräte, gestützt auf unsere strengen Abstimmungskriterien, nur zu 44 Prozent zustimmen. Nur ein Vergütungsbericht – jener von Swisscom – erfüllte unsere Erwartungen. Actares musste die beantragten Vergütungen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung in 83 Prozent der Fälle ablehnen, die langfristigen Vergütungspläne für die Geschäftsleitungen sogar zu 100 Prozent; die variablen Vergütungskomponenten sind teilweise sieben Mal so hoch wie der Fixlohn. Actares akzeptiert einen variablen Anteil an der Gesamtvergütung von maximal 50 Prozent, sofern eine dokumentierte Nachhaltigkeitsleistung die variable Komponente massgeblich beeinflusst (was erst wenige SMI-Unternehmen praktizieren). Auch die Ausschüttungspolitik der Unternehmen wurde sorgfältig überprüft. Fünf von total 23 Anträgen auf Dividendenzahlungen mussten angesichts der wirtschaftlichen Situation abgelehnt werden. Im Rahmen unserer Prüfung konnte keine missbräuchliche Verwendung von staatlichen Leistungen zur Bewältigung der COVID-19-Krise festgestellt werden. Das Team der Groupe de vote besteht aus den beiden Gründungsmitgliedern Caroline Pirenne und Jean-François Rochat sowie Präsident Rolf Kurath.

Holcim

Mehrere Arbeitsgruppen waren in den vergangenen Monaten nicht aktiv. Dies aus verschiedenen Gründen: Corona verunmöglichte direkte Gespräche weiterhin, die zeitliche Belastung einzelner Arbeitsgruppenmitglieder stand vertieften Recherchen im Wege. So gab es bei der Arbeitsgruppe Holcim (ehemals Arbeitsgruppe LafargeHolcim) einen Führungswechsel. Marcus Williams, der die Arbeitsgruppe lange geleitet hatte, musste aus persönlichen und beruflichen Gründen zurückstecken. Im vergangenen April hatte er für die Gruppe erfolgreich den direkten Draht zur Nachhaltigkeitschefin Magalie Anderson aufgebaut. Er bleibt uns verbunden und wird – so hoffen wir – dereinst wieder in seine Funktion oder zumindest in die Gruppe zurückkehren. Inzwischen wünschen wir ihm viel Erfolg in seiner Weiterentwicklung. Die interimistische Leitung der siebenköpfigen Arbeitsgruppe, zu der im Herbst zwei neue Mitglieder gestossen sind, hat Vorstandsmitglied Beat Honegger übernommen.

Übrige Gruppen

Die Arbeitsgruppen Versicherungen, Pharma und Nestlé bereiten wie alle anderen ihre Tätigkeiten für das kommende Jahr vor und diskutieren Fragen, die sich den Unternehmen stellen. Den Fokus legt Actares insbesondere auf die Themen Klimastrategie und Nachhaltigkeitsberichte und darauf, ob diese einer genauen Prüfung auch standhalten. Insgesamt arbeiten rund 35 Actares-Mitglieder in sieben Arbeitsgruppen, eine neue Gruppe «Klima» ist in der zweiten Jahreshälfte aufgebaut worden. Sie umfasst zurzeit vier Mitglieder.

Réflexion

Die Reflexionsgruppe beschäftigt sich einerseits mit grundsätzlichen Fragestellungen, die sich aus der Arbeit von Actares ergeben. Andererseits unterstützt die Gruppe Vorstand und Geschäftsstelle bei der Weiterentwicklung und kontinuierlichen Anpassung der Abstimmungskriterien. Aufgrund der Pandemiesituation konnte sich die Gruppe nur einmal physisch treffen. Bei der Revision der Abstimmungskriterien auf die Saison 2022 hin standen drei Fragestellungen im Zentrum: Muss die Wahl in den Verwaltungsrat und ins Präsidium unbedingt getrennt stattfinden, wenn ohnehin alle Mitglieder einzeln gewählt werden? Soll eine mögliche Auswirkung der COVID-19-Staatshilfe auf die variable Vergütung berücksichtigt werden? Und schliesslich: Soll Actares an Generalversammlungen die Vorlage von Klima-Roadmaps fordern – und wenn ja, was sollen diese enthalten? Die Groupe de réflexion zählt derzeit neun Mitglieder.