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Schwierige Zeiten für Aktionärinnen und Aktionäre

Die Saison der Generalversammlungen ist fast beendet. Gemäss Covid-19-Verordnung des Bundesrates fand sie vorwiegend in geschlossenem Rahmen statt. Das hat die Delegation der Stimmen an Actares erschwert oder verunmöglicht.

Actares – Aktionärinnen und Aktionäre für nachhaltiges Wirtschaften – konnte die Stimme an der GV des Pharmamultis Novartis noch vor Ort erheben, danach verbot der Ausnahmezustand die physische Präsenz. Für Actares war die Zeit des Covid-19-Lockdowns mit viel Unsicherheit verbunden, weil die Organisation als Vertreterin ihrer Mitglieder vom Geschehen ausgeschlossen war – die Stimmen mussten direkt der unabhängigen Stimmrechtsvertretung übertragen werden. Unklar war auch, ob und wie die Unternehmen auf vorgängig eingereichte Fragen von Actares zu reagieren hatten. Entsprechend unterschiedlich handhabten diese die Anliegen. Positiv zu bewerten ist die Reaktion von UBS, welche die drängendsten Fragen von Actares zu Klimazielen und einem Klagefall im Ausland an der virtuellen GV immerhin kurz und knapp beantwortete. Im Gegensatz zu CS: Der Finanzkonzern hatte es nicht für nötig befunden, das Thema Klima an der GV überhaupt zu erwähnen.

Fazit: Die ausserordentliche Lage im laufenden Jahr zeigte deutlich, dass Unternehmen kritische Voten zu Klimazielen, Menschenrechten oder Vergütungspolitik trotz Aufforderung an unabhängige Stimmrechtsvertreter nur marginal oder überhaupt nicht beachten. Actares erwartet, dass eine Klarheit geschaffen wird und eine geregelte Präsenz auch in Ausnahmesituationen möglich ist und Unternehmen zu Stellungnahmen verpflichtet werden.

Boni und Dividenden im Jahr von Covid-19

Mit Verweis auf das gute Geschäftsjahr 2019 sind die Dividenden teilweise grosszügig ausgeschüttet worden. Die Ausschüttung einer Dividende muss – auch jetzt – von der finanziellen Solidität eines Unternehmens beziehungsweise den Aussichten seiner Branche aus beurteilt werden. Abgelehnt hat Actares nach genannten Kriterien die Dividendenausschüttung bei Adecco, Sika, Credit Suisse und UBS.

Die umstrittene Frage, ob ein Unternehmen Dividenden ausbezahlen soll, wenn es gleichzeitig von Kurzarbeit profitiert, ist aus Sicht von Actares nicht pauschaul zu beantworten. Actares vertritt den Standpunkt, dass sich eine Dividendenauszahlung im Einzelfall mit Kurzarbeit vereinbaren lässt, weil diese über die ALV geleistet wird. Es geht nach damaliger Gesetzesgrundlage nicht um einen staatlich garantierten Kredit, sondern um eine Versicherungsleistung, auf welche ein einzahlendes Unternehmen im Bedarfsfall Anspruch hat.

Trotz schwieriger Ausgangslage nutzt Actares auch im Covid-19-Jahr den Einfluss und vertritt im regelmässigen persönlichen Gespräch mit den Geschäftsleitungen der SMI-Unternehmen ihre Forderungen für eine nachhaltige Wirtschaft weiter mit deutlichen Worten.