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Zurich: Stark in der Zielsetzung, verbesserungs­würdig in der Umsetzung

Actares, AktionärInnen für eine Wirtschaft mit Verantwortung, anerkennt die zahlreichen im Jahr 2019 publizierten Massnahmen und Initiativen von Zurich im Zusammenhang mit ihrer Klima- und Umweltpolitik. Gleichzeitig fordert Actares eine starke Verbesserung bei der konkreten Umsetzung. Auch erwartet die Organisation eine Verankerung dieser Massnahmen und Initiativen in der Geschäfts- und Vergütungspolitik.

Actares begrüsst die vielen wichtigen Schritte in der Klima- und Umweltpolitik, die Zurich 2019 angekündigt hat. Dazu gehören beispielsweise die Erweiterungen der Investment- und Underwritingstrategie zum Thema Kohle, Ölsande und -schiefer vom Juni 2019. Weiter findet es Actares sehr lobenswert, dass sich Zurich 2019 dem UN Global Compact Business Ambition Pledge, der Net-Zero Asset Owner Alliance und weiteren internationalen Initiativen angeschlossen hat.

Hingegen erachtet Actares die konkrete Umsetzung dieser internen Richtlinien und externen Initiativen in der Geschäfts- und Vergütungspolitik als stark verbesserungswürdig. Ein Beispiel hierfür ist die Rolle von Zurich als Hauptversicherer beim milliardenschweren Expansionsprojekt der kanadischen Trans Mountain Pipeline. Mit den Anpassungen der internen Richtlinien vom Juni 2019 bekennt sich Zurich zum Verzicht auf Firmen beziehungsweise Projekte, deren Umsatz zu mehr als 30 Prozent aus der Ölgewinnung aus Teersanden stammt beziehungsweise die als zweckgebundene Infrastruktur-Unternehmen für den Transport von Ölsandprodukten dienen. In der bestehenden Trans Mountain Pipeline werden traditionelles Öl, raffinierte Ölprodukte und Öl aus Teersanden transportiert.

In der projektierten Pipeline sollen jedoch hauptsächlich Schweröl und Produkte aus Teersanden von Alberta nach British Columbia transportiert werden; dabei ist mit einer Verdreifachung des bisherigen Volumens zu rechnen. Dieses Erweiterungsprojekt steht in einem klaren Widerspruch zu den angekündigten Richtlinen und würden über Jahrzehnte hinweg den weltweiten Temperaturanstieg befeuern. Ausserdem würden lokale Umwelt und Gesellschaft (insbesondere die indigene Bevölkerung) unabsehbaren Folgen und Risiken ausgesetzt.

Actares drängt auf den Ausstieg von Zurich aus diesem Expansionsprojekt, das einen der klima- und umweltmässig bedenklichsten Energieträger weiter fördert und im Widerspruch zu den internen Richtlinien und externen Allianzen steht – Zurich setzt sich damit langfristig einem massiven Reputationsrisiko aus.

Weiter fordert Actares eine möglichst baldige und griffige Berücksichtigung von Nachhaltigskeitszielen in der Vergütungspolitik. Zur Vermeidung solcher Diskrepanzen zwischen Richtlinien, Initiativen, langfristigen Nachhaltigkeitszielen einerseits und der konkret gelebten Geschäftsstrategie andererseits – wie bei der Trans Mountain Pipeline – muss das Anreizsystem möglichst bald umgestellt werden. In Konfliktsituationen zwischen Profit und Nachhaltigkeit sollte insbesondere bei Hochrisiko-Projekten gelten: Im Zweifelsfall für Nachhaltigkeit und Reputation.