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Ascom verteilt viel Geld – ACTARES zöge Investitionen vor

Die Ascom-Aktionärinnen und –Aktionäre können sich auf einen Geldsegen von rund 190 Mio. Franken freuen. ACTARES, AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften, ist der Ansicht, dass es nachhaltiger wäre, einen Teil dieser Mittel in die Zukunft des Un-ternehmens zu investieren. Um langfristige Perspektiven zu sichern, braucht es For-schung und Entwicklung sowie qualifiziertes und motiviertes Personal. Die Mittel für die erforderlichen Investitionen wären offensichtlich vorhanden.

Rund 10 Mio. der Ausschüttung stammen aus dem Jahresgewinn 2005 und werden als Divi-dende ausbezahlt. Der Verwaltungsrat legt durch eine steuerfreie Nennwertreduktion noch die schöne Summe von 180 Mio. dazu, die aus dem Verkauf von Unternehmensteilen zuge-flossen ist. Diese legale Form der Steuervermeidung ist in den letzten Jahren in Mode ge-kommen und wird von andern Unternehmen noch stärker praktiziert. So fliessen gewaltige Geldmengen am Fiskus vorbei in Privatschatullen, während die Haushalte von Bund, Kanto-nen und Gemeinden gleichzeitig mit Defiziten zu kämpfen haben.

Natürlich wurde das Aktionariat von Ascom in den vergangenen Jahren nicht verwöhnt. Das gilt auch für die Angestellten, die vertröstet wurden oder gar den Arbeitsplatz verloren, und für Stadt und Kanton Bern, für die es wenig Steuereinnahmen gab. ACTARES ist der Meinung, dass es für Ascom nachhaltiger wäre, mehr Mittel in Forschung, Entwicklung und Weiterbil-dung zu investieren, damit das Unternehmen langfristig erfolgreich bleibt.

Im Sinne eines von ACTARES verfolgten Stakeholder-Ansatzes müssten alle Anspruchs-gruppen vom zur Verfügung stehenden Geld profitieren. Lobenswert ist zum Beispiel das Engagement in die Ausbildung im Rahmen des Kompetenzzentrums Technische Berufe. ACTARES vermisst aber weitere Initiativen von Ascom, zum Beispiel eine familienfreundliche Personalpolitik oder die Integration von nicht voll leistungsfähigen Personen.

Ferner sieht ACTARES beim Umweltmanagement gute Investitionsmöglichkeiten. Der Ge-schäftsbericht zeigt zwar Fortschritte beim Energieverbrauch und beim Abfall-Recycling auf, diese sind jedoch nicht konkret und überzeugend genug, um den Eindruck entstehen zu las-sen, dass die Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Bei der Neuwahl in den Verwaltungsrat lehnt ACTARES beide Kandidaten ab, weil keine Frau vorgeschlagen wird und dieser ein reines Männergremium bleiben soll.