Dossiers

Seitenblicke: Quoten

von Roby Tschopp

«Bei der Wahl eines Verwaltungsratsmitglieds zählt nur die Kompetenz!» Der Wunsch nach einer ausgewogeneren Vertretung von Mann und Frau ist kaum über die Lippen, und schon kommt dieser alte Einwand. Werden sogar Quoten gefordert, geht das Feuerwerk erst richtig los.

Wie aber sieht die Praxis aus? Die eindeutige Übervertretung der Familie Hayek bei Swatch oder der Familie Rupert bei Richemont scheint niemanden sonderlich zu stören, von SGS oder der EMS-Gruppe einmal ganz zu schweigen. Bei der Swisscom hat der Bund per Gesetz Einsitzrecht. In diesen Fällen geht es natürlich nur um die Vertretung eines wichtigen Teils des Aktionariats.

Wie gut, dass unter den paar Dutzend Mitgliedern der grossen Schweizer Industriellenfamilien und unter den mehreren tausend Bundesangestellten die erforderlichen Talente ausfindig gemacht werden konnten! Und wie schade, dass keine der rund 4 Millionen Frauen in der Schweiz ausreichende Qualifikationen mitbringt, um den ihr zustehenden Platz einzunehmen. Wo die Frauen doch alleine oder über die Pensionskassen die Hälfte des Aktionariats ausmachen.