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Swisscom gehört nicht dem Bundesrat

ACTARES ist der Meinung, der Bundesrat habe Ende November mit seinem Verhalten der Swisscom gegenüber die Prinzipien der guten Unternehmensführung krass verletzt. MinderheitsaktionärInnen und Steuerzahlende verzeichnen grosse, unnötige Werteinbussen. Deshalb hat sich ACTARES zu dieser ungewöhnlichen Handlungsweise vernehmen lassen.

Handelte es sich um den absichtlichen Versuch, den Staat finanziell zu schwächen, oder wird die Swisscom zynisch auf dem Altar der persönlichen oder parteipolitischen Profilierung geopfert? Immerhin, für den Dialog zwischen den Besitzern eines Unternehmens und deren Führung geben Gesetze und Statuten klare Vorgaben. Statt diese Kanäle zu benutzen, hat der Bundesrat als Mehrheitsaktionär unnötigerweise den Schritt an die Öffentlichkeit getan. Dadurch ist viel Vertrauen verspielt worden, nicht zuletzt bei den Mitarbeitenden der Swisscom. Deren Führungsspitze hat dadurch einen grossen Teil ihrer Glaubwürdigkeit verloren. Das Verhalten des Bundesrates als oberstes Organ eines Unternehmens muss als höchst ungeschickt beurteilt werden.

ACTARES hat mit Nachdruck festgehalten, dass keineswegs der Bundesrat, sondern die Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie die Steuerzahlenden Mehrheitsbesitzer der Swisscom sind. Die Grundsatzdiskussion über eine allfällige Privatisierung ist deshalb Sache der Politik und muss öffentlich geführt werden. Erste Aufgabe der Swisscom ist, in der ganzen Schweiz und für alle qualitativ hochwertige Telecomdienste zur Verfügung zu stellen. Jede unternehmerische Entscheidung muss diesem Ziel unterstellt werden. ACTARES ist der Meinung, dass nur so das Ziel einer nachhaltigen Wirtschaft erreicht werden kann.